Der Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim ist ein entscheidender Schritt im Leben einer Person, die ihre Selbstständigkeit verliert. Oft kann sie aus gesundheitlichen Gründen, aus Sicherheitsgründen oder zu ihrem eigenen Wohl nicht mehr zu Hause bleiben. Dieser Entscheid, der mit Angehörigen und Fachleuten getroffen wird, wirft viele Fragen auf – praktische, finanzielle und administrative. Deshalb beleuchten wir in diesem Artikel die wichtigsten Punkte rund um das Pflegeheim: die Kosten dieser Unterbringung, die verfügbaren finanziellen Unterstützungsleistungen, die Auswirkungen auf Vermögen und Immobilien sowie die Schritte, um die für jede Situation passende Einrichtung zu finden und dort einzutreten.
Was kostet ein Pflegeheim?
Die Kosten eines Aufenthalts im Pflegeheim hängen von mehreren Faktoren ab: vom Wohnkanton, von der gewählten Einrichtung (manche Pflegeheime bieten umfassendere Leistungen oder mehr Komfort) und vom erforderlichen Pflegebedarf. Im Durchschnitt wird die monatliche Rechnung einer Bewohnerin oder eines Bewohners in der Schweiz jedoch auf rund CHF 9’000.- geschätzt.
Um diesen Betrag besser zu verstehen, lohnt es sich, ihn in zwei grosse Kostenkategorien aufzuteilen:
- Pflegekosten : Sie machen rund 40 % der Gesamtrechnung eines Pflegeheims aus. Dazu gehören die Kosten für das Pflegepersonal, für Medikamente, für medizinische und paramedizinische Ausrüstung sowie für alle Pflegeleistungen.
- Kosten für Unterkunft und Betreuung : Sie entsprechen fast 60 % der Gesamtkosten eines Pflegeheims und umfassen mehrere wesentliche Elemente: Die Hotellerie umfasst Unterkunft, Bettwäsche sowie die Reinigung des Zimmers und der Gemeinschaftsräume. Die Verpflegung deckt Mahlzeiten, Zwischenmahlzeiten und Getränke ab. Die Animation bietet spielerische, kreative oder therapeutische Aktivitäten. Auch der Unterhalt der Gebäude gehört zu den Leistungen. Schliesslich finanziert das Pflegeheim bauliche Investitionen wie Renovationen oder die Anschaffung von Material.
Auch wenn der Betrag von CHF 9’000.- hoch erscheinen mag, sollte man bedenken, dass ein Pflegeheim eine umfassende Betreuung rund um die Uhr, medizinische Pflege und unterstützende Dienstleistungen bietet, die die Höhe der Kosten teilweise rechtfertigen.
Wer bezahlt was bei einem Aufenthalt im Pflegeheim?
An der Finanzierung eines Pflegeheims sind drei Hauptakteure beteiligt:
- Die Krankenversicherung : Sie übernimmt einen Teil der Pflegekosten. Sie zahlt dem Pflegeheim eine Pauschale, die sich nach der Pflegebedürftigkeit der untergebrachten Person richtet. Berechnungsmethoden und Kriterien unterscheiden sich von Kanton zu Kanton, doch in der Regel gilt: Je mehr Pflege die Bewohnerin oder der Bewohner braucht, desto höher ist der Beitrag der Krankenversicherung.
- Die Bewohnerin oder der Bewohner : Sie oder er bezahlt hauptsächlich die Kosten für Unterkunft und Betreuung (in der Regel zwischen CHF 150.- und CHF 200.- pro Tag) sowie eine Beteiligung an den Pflegekosten (oft rund 10 CHF pro Tag, wobei dieser Betrag je nach Kanton variieren kann). Dieser direkt bezahlte Beitrag ist der grösste Teil der Ausgaben im Pflegeheim.
- Der Staat : Er subventioniert den Teil der Pflegekosten, der weder von der Krankenversicherung noch von der Bewohnerin oder dem Bewohner gedeckt wird. Zudem beteiligt er sich an der Finanzierung der Investitionen des Pflegeheims, etwa an der Miete oder am Schuldendienst der Einrichtung. Reichen die eigenen Mittel nicht aus, können Sozialleistungen bezogen werden, insbesondere Ergänzungsleistungen und gewisse kantonale Unterstützungsleistungen.
In den meisten Fällen kostet ein Aufenthalt im Pflegeheim die Bewohnerin oder den Bewohner zwischen CHF 5’000.- und CHF 6’000.- pro Monat – nach Abzug der Beiträge von Krankenversicherung und Staat. Dieser Betrag kann jedoch variieren, da er vom Kanton und vom Leistungsangebot der Einrichtung abhängt.
Wie lässt sich der Anteil der Bewohnerin oder des Bewohners finanzieren?
Die Bewohnerin oder der Bewohner muss also für den Aufenthalt im Pflegeheim eine erhebliche monatliche Belastung tragen. Dafür stehen verschiedene finanzielle Mittel zur Verfügung:
- Renteneinkommen : Dazu gehören die AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung), die BVG-Rente (Pensionskasse) oder die Hilflosenentschädigung. Zudem können Zusatzrenten oder Leistungen aus privaten Versicherungen (dritte Säule, Invalidenrente usw.) hinzukommen.
- Vermögenserträge : Dazu zählen beispielsweise Erträge aus Anlagen oder Bankkonten (Zinsen, Dividenden usw.).
- Das Vermögen selbst : Dazu gehören auch Immobilien. Eine Bewohnerin oder ein Bewohner kann gegebenenfalls gezwungen sein, Immobilien ganz oder teilweise zu verkaufen oder mit einer Hypothek zu belasten, um den Aufenthalt zu finanzieren.
Wichtig ist dabei der Vermögensfreibetrag: eine Schwelle, unter der das Vermögen nicht angetastet werden muss. Dieser Betrag ist kantonal unterschiedlich. In Genf beträgt er beispielsweise CHF 30’000.- für Alleinstehende und CHF 50’000.- für Ehepaare, im Kanton Waadt hingegen CHF 37’500.- für Alleinstehende und CHF 60’000.- für Ehepaare.
Was geschieht, wenn die Mittel für das Pflegeheim nicht ausreichen?
Oft kann die Bewohnerin oder der Bewohner den eigenen Anteil nicht allein finanzieren. Reichen Renten und Vermögenserträge nicht aus, schliessen Sozialleistungen die Lücke. In der Schweiz sind dies vor allem die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV (EL).
Diese Leistungen berücksichtigen Einkommen, Vermögen und die Kosten des Pflegeheims. In der Regel decken sie die Differenz zwischen den tatsächlichen Kosten des Aufenthalts und den eigenen Mitteln der Person.
Zudem bieten die Kantone teilweise spezifische Unterstützungsleistungen an. Diese unterscheiden sich je nach Region, sollen aber einen angemessenen Lebensstandard sichern. Oft ermöglichen sie auch, einen raschen Verkauf wichtiger Vermögenswerte wie des Familienheims zu vermeiden.
Schliesslich ist ein zentraler Punkt hervorzuheben: Entscheidungen rund um eine Immobilie – Verkauf, Hypothek oder Übertragung – beeinflussen die mögliche Unterstützung stark. Mit Wivia können Sie diese verschiedenen Aspekte im Detail klären. So können Sie jeden Schritt besser vorausplanen und optimieren.
Was ist ein Alters- und Pflegeheim?
Bevor wir weitergehen, eine kurze Erinnerung: Ein Alters- und Pflegeheim ist eine Einrichtung für ältere oder behinderte Menschen, die aus medizinischen Gründen, aus Sicherheitsgründen oder für mehr Lebensqualität ständige Hilfe und Pflege benötigen.
Im Pflegeheim profitiert die Bewohnerin oder der Bewohner von:
- täglicher Unterstützung, sei es Pflege, Medikamentenabgabe oder Hilfe bei der Körperpflege.
- einer an die Bedürfnisse angepassten Umgebung mit spezifischer Infrastruktur (erleichterter Zugang, medizinisch ausgestattete Räume, Gemeinschaftsräume).
- vielfältigen Aktivitäten (Animation, Ausflüge, Therapien), um soziale Kontakte zu pflegen und eine gute Lebensqualität zu erhalten.
Weitere Informationen finden Sie in den Merkblättern zur Unterbringung im Pflegeheim («Les clés pour comprendre l’hébergement médico-social») oder im Verzeichnis der Einrichtungen Ihres Kantons.
Kann ich zum Eintritt in ein Pflegeheim gezwungen werden?
In der Schweiz gilt: «Niemand darf gegen seinen Willen untergebracht werden ohne einen Entscheid der Erwachsenenschutzbehörde». Das bedeutet, dass niemand ohne formellen Entscheid zum Eintritt in ein Pflegeheim gezwungen werden kann.
Oft ist der Eintritt ins Pflegeheim ein gemeinsamer Entscheid. Daran beteiligt sind die betroffene Person, ihre Angehörigen, der Hausarzt und manchmal weitere Fachleute, etwa die Spitex oder die Sozialdienste.
Dieser Entscheid fällt, wenn das Leben zu Hause zu schwierig, zu riskant oder zu belastend wird – für die Person selbst ebenso wie für ihr Umfeld.
Es bleibt wichtig, diesen Schritt gut vorzubereiten, damit die Person ihren Eintritt ins Pflegeheim nicht als Zwang erlebt. Dafür gibt es zahlreiche Hilfs- und Beratungsstellen, deren Unterstützung sehr zu empfehlen ist. Sie bieten während des ganzen Prozesses psychologische, medizinische und administrative Begleitung.
Pflegeheim: Wie geht das Leben für den Ehegatten weiter, der zu Hause bleibt?
Tritt nur einer der Ehegatten ins Pflegeheim ein und reichen Einkommen oder Vermögen des Paares nicht für die gesamte Rechnung, berücksichtigen die Sozialleistungen die finanzielle Situation des Ehegatten, der zu Hause bleibt. Ziel ist es, den Partner oder die Partnerin, der bzw. die zu Hause wohnt, nicht in eine prekäre Lage zu bringen.
Die Sozialleistungen (Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, kantonale Beiträge usw.) berücksichtigen daher:
- die Miete des Ehegatten, der zu Hause bleibt.
- die Grundkosten zur Deckung der Lebensbedürfnisse (Nahrung, laufende Rechnungen usw.).
Zudem bieten gewisse Kantone spezifische Regelungen an. Im Kanton Waadt gilt beispielsweise das LAPRAMS. Diese Regelung schützt den Ehegatten, der zu Hause bleibt, und garantiert ihm eine ausreichende Kaufkraft für einen angemessenen Lebensstandard.
Was geschieht mit meinem Vermögen beim Eintritt ins Pflegeheim?
Wer Sozialleistungen zur Finanzierung des Aufenthalts im Pflegeheim beantragt, muss die geltenden Regeln kennen. Über dem Freibetrag – CHF 30’000.- für Alleinstehende und CHF 50’000.- für Ehepaare in Genf bzw. CHF 37’500.- und CHF 60’000.- im Kanton Waadt – muss das übrige Vermögen eingesetzt werden. Mit anderen Worten: Der Teil des Vermögens, der diese Schwellen übersteigt, dient nach und nach zur Deckung der Unterbringungskosten.
Konkret bedeutet das:
- Bankkonten, Wertschriften und andere Finanzanlagen können zur Deckung des eigenen Anteils herangezogen werden.
- Auch Immobilien können eingesetzt werden – durch einen Verkauf oder durch eine Hypothek, falls nicht sofort verkauft werden soll.
Grundgedanke der Sozialleistungen ist in jedem Fall, dass alle nach ihren Möglichkeiten zu den Kosten des Pflegeheims beitragen, während dem Ehegatten zu Hause oder der Bewohnerin bzw. dem Bewohner selbst ein Existenzminimum bleibt.
Was geschieht mit dem Haus beim Eintritt ins Pflegeheim?
Die Frage nach dem Haus steht beim Eintritt ins Pflegeheim oft im Mittelpunkt. Eine Immobilie ist ein bedeutender Vermögenswert, und ihre Nutzung oder Übertragung kann den Anspruch auf Unterstützungsleistungen erheblich beeinflussen.
Reichen die finanziellen Mittel (Renten, liquide Mittel) nicht mehr aus, um die Kosten des Pflegeheims zu tragen, muss der Wert der Immobilie mobilisiert werden. Dies geschieht in der Regel durch:
- Die Hypothek : Die Bewohnerin oder der Bewohner kann eine Hypothek aufnehmen oder erhöhen, um liquide Mittel für den Aufenthalt im Pflegeheim zu erhalten.
- Den Verkauf : Die Bewohnerin oder der Bewohner kann sich entscheiden, die Immobilie zu verkaufen. Der Verkaufserlös dient dann zur Finanzierung der Unterkunfts- und Pflegekosten.
Gewisse Kantone (wie die Waadt) erlauben es jedoch der DGCS (Generaldirektion für sozialen Zusammenhalt), rückzahlbare, durch das Haus gesicherte Unterstützungsleistungen vorzuschiessen – allerdings nur, wenn der Ehegatte der im Pflegeheim lebenden Person weiterhin in der Immobilie wohnt. Unter bestimmten Umständen kann das LAPRAMS in Härtefällen ebenfalls rückzahlbare Unterstützungsleistungen zulassen. Die Rückzahlung kann dann durch eine Schuldanerkennung oder einen Grundpfandtitel gesichert werden.
Schenkungen von Immobilien und beweglichem Vermögen an die Familie
Frühere Schenkungen der Person, die ins Pflegeheim eintritt, spielen bei der Gewährung von Unterstützungsleistungen eine wichtige Rolle. Hat eine Person ihren Erben eine Immobilie oder einen Geldbetrag geschenkt, gehen die Sozialbehörden davon aus, dass diese Schenkung noch zu ihrem Vermögen gehört.
Beantragt die Bewohnerin oder der Bewohner Unterstützungsleistungen für das Pflegeheim, kann die Verwaltung deshalb verlangen, dass sich die Beschenkten an den Unterbringungskosten beteiligen. Je jünger die Schenkung, desto höher fällt der Beitrag aus.
Für die Berechnung des angerechneten Betrags werden ab dem zweiten Jahr seit der Schenkung jährlich CHF 10’000.- abgezogen. Diese Regel gilt für alle Schenkungen seit dem 1. Januar 1990. Möchten Sie Ihr Haus also im fortgeschrittenen Alter und bei schlechter Gesundheit weitergeben, kann ein Verkauf vorteilhafter sein als eine Schenkung.
Es empfiehlt sich dringend, einen Notar beizuziehen und sich über die in Ihrem Kanton geltenden Regeln zu informieren.
Kündigung des Mietvertrags beim Eintritt ins Pflegeheim
Beziehen Sie beim Eintritt ins Pflegeheim Sozialleistungen, wird Ihre Miete bis zu einer bestimmten Obergrenze (z. B. CHF 1’100.- pro Monat inkl. Nebenkosten) und für eine begrenzte Dauer (in der Regel ein Jahr) berücksichtigt.
Ist eine Rückkehr nach Hause nicht mehr möglich, empfiehlt es sich, den Mietvertrag so früh wie möglich zu kündigen, damit Sie keine unnötige Miete bezahlen und Ihr Anspruch auf Ergänzungsleistungen nicht gekürzt wird. Informieren Sie zudem die EL-Stelle (Ergänzungsleistungen zur AHV/IV) über die Kündigung, damit Ihr Dossier aktualisiert wird.
Ein Pflegeheim suchen und sich anmelden: die Rolle des BRIO
Um die passende Pflegeeinrichtung für sich oder eine angehörige Person zu finden, wendet man sich in der Regel an die regionale Informations- und Orientierungsstelle (BRIO) des Gesundheitsnetzes, zu dem der Wohnort gehört. Das BRIO hat folgende Aufgaben:
- die Liste der Alters- und Pflegeheime in der Region aktuell halten.
- die freien Plätze erfassen.
- Familien und Betroffene zu den passendsten Lösungen führen.
Anders als früher führen die meisten Pflegeheime keine eigenen Wartelisten mehr. Das BRIO zentralisiert die Platzierungsanfragen und schlägt die geeignetste Lösung vor – je nach medizinischen Bedürfnissen, geografischen Vorlieben und Budget der künftigen Bewohnerin oder des künftigen Bewohners.
Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der verschiedenen Gesundheitsnetze, wo auch Standorte und Aufgaben der Pflegeheime aufgeführt sind.
Pflegeheim: Ist eine Unterbringung in einem anderen Kanton möglich?
Manche Menschen möchten in einem anderen Kanton untergebracht werden, etwa um näher bei einem Familienmitglied zu sein oder in die Region zurückzukehren, in der sie den grössten Teil ihres Lebens verbracht haben.
Eine ausserkantonale Unterbringung kann jedoch finanzielle Schwierigkeiten mit sich bringen, denn:
- die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV und der Anteil des Staates an der Finanzierung des Pflegeheims hängen vom letzten Wohnkanton ab.
- gewisse Kantone legen eine Obergrenze für die bei den Ergänzungsleistungen berücksichtigte Tagestaxe fest; andere, wie die Waadt, nicht.
- die Beteiligung des Staates an der Finanzierung erfolgt auf Grundlage der Tabelle des Wohnkantons und nicht jener des Kantons, in dem sich das Pflegeheim befindet.
Deshalb reicht die finanzielle Unterstützung des Wohnkantons manchmal nicht aus, um die gesamten Kosten eines Pflegeheims in einem anderen Kanton zu decken. Es ist daher wichtig, sich vor einer ausserkantonalen Platzierung beim BRIO und bei den zuständigen Stellen genau zu informieren, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Bewilligung B EU/EFTA: Welche Folgen hat der Eintritt ins Pflegeheim?
Eine neuere Rechtsprechung des Bundesgerichts hat grosse Auswirkungen. Sie betrifft Personen aus der EU oder der EFTA mit einer Aufenthaltsbewilligung B ohne Erwerbstätigkeit, die in ein Pflegeheim eintreten und Sozialleistungen beziehen möchten.
Kann eine Bewohnerin oder ein Bewohner das Pflegeheim weder allein noch mit Hilfe von Angehörigen finanzieren, kann sie bzw. er Ergänzungsleistungen (EL zur AHV/IV) beantragen. In diesem Fall können die Behörden die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigern oder die Bewilligung widerrufen.
Deshalb sollten die betroffenen Personen diese Situation vorausplanen und eine Möglichkeit finden, die Kosten des Pflegeheims ohne Ergänzungsleistungen zu decken. Das Aufenthaltsrecht in der Schweiz hängt nämlich von dieser finanziellen Unabhängigkeit ab.
Zudem können die Behörden die finanzielle Situation bereits beim Eintritt ins Pflegeheim prüfen. Stellen sie eine Abhängigkeit von der Sozialhilfe fest, können sie die Bewilligung widerrufen.
Kosten und Finanzierung: Wer bezahlt konkret was?
Ein Pflegeheim stellt seine Leistungen der Bewohnerin oder dem Bewohner monatlich in Rechnung. Je nach Einrichtung erfolgt die Rechnung zu Beginn des Monats für die kommenden Leistungen oder am Monatsende für die bereits erbrachten. Die Zahlungsfrist beträgt in der Regel 10 Tage.
Es werden drei Arten von Rechnungen ausgestellt:
- An die Bewohnerin oder den Bewohner :
- eine zwischen Staat und Pflegeheim ausgehandelte Tagespauschale für Hotellerie und Betreuung.
- die Kosten für Mobiliar und den Unterhalt der Gebäude.
- die Beteiligung an den Pflegekosten in Form eines einheitlichen Pauschalbetrags.
- allfällige zusätzlich gewünschte Leistungen (Kosmetik, Spezialmahlzeiten usw.).
- den Betrag der Hilflosenentschädigung, falls die Bewohnerin oder der Bewohner eine solche bezieht.
- An die Krankenversicherung der Bewohnerin oder des Bewohners :
- eine Tagespauschale für die Pflegekosten, die direkt an das Pflegeheim bezahlt wird. Sie entspricht einem nach eidgenössischen Kriterien ermittelten Pflegebedarf und umfasst im Wesentlichen die Arbeit des Pflegepersonals.
- Andere medizinische Leistungen (Arzthonorare, Medikamente, medizinische Transporte, Inkontinenzmaterial, Physiotherapie usw.) können direkt der Bewohnerin oder dem Bewohner in Rechnung gestellt werden, die bzw. der sie anschliessend von der Versicherung zurückfordert.
- An den Staat (z. B. den Kanton Waadt) :
- die Restfinanzierung der Pflege, welche die Beteiligung von Krankenversicherung und Bewohnerin bzw. Bewohner ergänzt. Die Tarife in Franken pro Tag werden vom Staatsrat festgelegt und direkt an die Einrichtung ausbezahlt.
- die Finanzierung der Immobilieninvestitionen (Anschaffungen, Renovationen usw.).
Hotellerie- und Betreuungstarif (SoHo)
Neben der Pflege erbringt ein Pflegeheim für seine Bewohnerinnen und Bewohner eine Reihe von Hotellerie- und Betreuungsleistungen, darunter:
- Die Verpflegung (Mahlzeiten, Service, Geschirr usw.).
- Die Hauswirtschaft – Housekeeping (Reinigung der Zimmer, Unterhalt der Räumlichkeiten, Abfallentsorgung).
- Die Hauswirtschaft – Wäscherei (Bereitstellung und Pflege der persönlichen Wäsche und der Haushaltswäsche).
- Die Animation (Aktivitäten zur Pflege sozialer Kontakte, Ausflüge, kreative Workshops usw.).
- Die Direktion und Administration (Buchhaltung, Rechnungsstellung, Personalverwaltung, Qualitätspolitik, Einkauf usw.).
- Die Technik und Instandhaltung (Unterhalt und Reparatur der Einrichtungen, diverse technische Einsätze).
Jede dieser Leistungen wird beziffert und als «SOHO» bezeichnet (Hotellerie- und Betreuungstarife). Der SOHO-Tarif entspricht somit dem Pensionspreis, der der Bewohnerin oder dem Bewohner für all diese Leistungen in Rechnung gestellt wird.
Dieses System sorgt für transparente Kosten und gewährleistet zugleich eine gute Unterbringungs- und Lebensqualität für ältere oder behinderte Menschen im Pflegeheim.
Fazit: Den Eintritt ins Pflegeheim vorausplanen und die eigenen Interessen schützen
Wie wir in diesem Artikel gesehen haben, wirft der Eintritt ins Pflegeheim viele Fragen auf – von den Unterbringungskosten über die Finanzierung bis hin zum Schutz des Ehegatten, der zu Hause bleibt, und zur Zukunft des Vermögens oder des Familienheims.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Ein Aufenthalt im Pflegeheim kostet durchschnittlich fast CHF 9’000.- pro Monat und wird von Krankenversicherung, Bewohnerin bzw. Bewohner und Staat finanziert.
- Der Anteil der Bewohnerin oder des Bewohners (rund CHF 5’000.- bis CHF 6’000.- pro Monat) kann durch Renten, Vermögenserträge oder das Vermögen selbst (bewegliches und unbewegliches) gedeckt werden.
- Reichen diese Mittel nicht aus, können die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV (EL) und weitere kantonale Unterstützungsleistungen die Finanzierung ergänzen.
- Immobilien spielen dabei oft eine entscheidende Rolle: Ihr Verkauf, ihre Belastung mit einer Hypothek oder ihr blosser Besitz beeinflussen den Anspruch auf Unterstützungsleistungen.
- Frühere Schenkungen können von den Sozialbehörden ebenfalls neu bewertet werden: Je nach Datum der Schenkung kann sie weiterhin als Teil Ihres Vermögens gelten.
- Der Ehegatte, der zu Hause bleibt, profitiert von besonderem Schutz, insbesondere durch gewisse kantonale Gesetze (LAPRAMS im Kanton Waadt).
- Es lohnt sich, die Möglichkeit einer Unterbringung in einem anderen Kanton zu prüfen und sich über die Folgen einer Bewilligung B ohne Erwerbstätigkeit (EU/EFTA) zu informieren.
Angesichts dieser Herausforderungen ist es wichtig, vorauszuplanen und sich gut zu organisieren:
- Konsultieren Sie Fachleute aus Recht (Notariat, Anwaltschaft), Steuern oder Finanzberatung – so lässt sich Ihre Situation prüfen und die beste Strategie festlegen.
- Nehmen Sie Kontakt auf mit den zuständigen kantonalen Stellen (BRIO, Ausgleichskassen, Sozialdienste), um die geltenden Unterstützungsmassnahmen und Verfahren zu kennen.
- Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen und Ihren medizinischen Betreuungspersonen, um den Eintritt ins Pflegeheim bestmöglich vorzubereiten und den psychischen wie finanziellen Stress einer solchen Lebensveränderung zu begrenzen.
Mit diesen Informationen können Sie Ihren Eintritt ins Pflegeheim besser vorbereiten. Dank der verfügbaren Unterstützungsleistungen gehen Sie diesen Übergang gelassener an und schützen Ihre Interessen und die Ihrer Angehörigen.
Es bleibt wichtig, diese Schritte frühzeitig anzugehen. Eine gute Vorbereitung erleichtert den Eintritt ins Pflegeheim und hilft, komplexe finanzielle Entscheidungen unter Zeitdruck zu vermeiden.