Wenn Sie vorhaben, den Kauf einer Immobilie zu finanzieren, können Sie eine Hypothek aufnehmen. In der Schweiz ist der Schuldbrief das zentrale Instrument zur Sicherung dieses Darlehens. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über den Schuldbrief.
Was ist ein Schuldbrief in der Schweiz?
Definition des Schuldbriefs
Der Schuldbrief ist ein spezifisch schweizerisches Wertpapier zur Sicherung eines Immobilienkredits. Er verkörpert ein Grundpfandrecht an einer Immobilie zugunsten des Gläubigers (Bank, Finanzinstitut oder Versicherungsgesellschaft). Zahlt der Schuldner sein Darlehen nicht zurück, kann der Gläubiger die verpfändete Immobilie verwerten lassen.
Funktionsweise des Schuldbriefs
Bei der Gewährung eines Immobilienkredits verlangt der Kreditgeber in der Regel einen Schuldbrief. Ein Notar verfasst dieses amtliche Dokument und sorgt für den Eintrag im Grundbuch. Wird das Darlehen nicht zurückbezahlt, kann der Gläubiger die Immobilie verwerten lassen; sie wird dann zur Deckung der Schuld versteigert.
Inhalt eines Schuldbriefs
Der Schuldbrief bezeichnet die betreffende Immobilie klar, mit vollständiger Adresse und genauer Beschreibung. Zudem nennt er den Wert der als Sicherheit dienenden Immobilie – in der Regel entsprechend dem gewährten Darlehensbetrag.
Für ein Immobiliendarlehen von CHF 500’000 wird der Schuldbrief beispielsweise über denselben Betrag ausgestellt, was die finanzielle Sicherheit des Kreditgebers gewährleistet.
Konkretes Beispiel eines Schuldbriefs
Nehmen wir das Beispiel von Herrn Dupont: Er kauft eine Immobilie für CHF 2’000’000. Er erhält eine Hypothek von CHF 1’500’000. Der Notar erstellt einen Schuldbrief über diesen Betrag, der von den Beteiligten unterzeichnet wird. Zehn Jahre später möchte Herr Dupont Renovationen für CHF 300’000 durchführen. Sein Schuldbrief kann auf CHF 1’800’000 erhöht werden, was dem neuen Wert der Immobilie entspricht.
Die verschiedenen Formen des Schuldbriefs
In der Schweiz gibt es zwei Hauptformen des Schuldbriefs:
- Papier-Schuldbrief (physisch): Er kann auf den Namen oder auf den Inhaber lauten.
- Register-Schuldbrief (digital): Er wird direkt im Grundbuch eingetragen und beseitigt die Risiken eines Verlusts oder einer Zerstörung des Papierdokuments.
Der Register-Schuldbrief wird heute wegen seiner Praktikabilität und Sicherheit bevorzugt.
Was kostet ein Schuldbrief?
Die Errichtung eines Schuldbriefs verursacht Kosten von rund 2 % des gesamten Darlehensbetrags. Diese umfassen Stempelabgaben, Grundbuchgebühren, Notariatshonorare und die MWST.
Bei einem Schuldbrief über CHF 1’000’000 betragen die Kosten beispielsweise rund CHF 20’000.
Wie lässt man einen Schuldbrief löschen?
Wenn Sie Ihre Hypothek vollständig zurückbezahlt haben, können Sie den Schuldbrief im Grundbuch löschen lassen. Diesen Schritt übernimmt in der Regel der Notar. Es kann jedoch vorteilhaft sein, den Schuldbrief nach der Rückzahlung zu behalten, wenn Sie ihn später für andere Immobilienprojekte wiederverwenden möchten.
Übertragung des Schuldbriefs beim Verkauf der Immobilie
Beim Verkauf einer Immobilie kann der Schuldbrief auf den Käufer übertragen werden. In der Regel geschieht dies gegen eine Entschädigung von rund 1 % seines Werts. Alternativ kann der Verkäufer den Schuldbrief behalten und für einen neuen Immobilienkauf im selben Kanton wiederverwenden.
FAQ: Häufige Fragen zum Schuldbrief
Wie erhöht man einen Schuldbrief?
Um einen Schuldbrief zu erhöhen, wenden Sie sich an Ihr Finanzinstitut, damit der aktuelle Wert der Immobilie geschätzt wird. Lässt dieser Wert es zu, bewilligt das Institut die Erhöhung, die anschliessend von einem Notar im Grundbuch eingetragen werden muss.
Wie annulliert man einen Schuldbrief?
Sobald die Schuld vollständig zurückbezahlt ist, können Sie beim Grundbuchamt die Löschung beantragen. Ihr Gläubiger stellt Ihnen eine Bestätigung über die vollständige Rückzahlung aus.
Was ist ein Hypothekarschuldner?
Der Hypothekarschuldner ist die Person, die Geld für den Immobilienkauf leiht und ihre Immobilie als Sicherheit verpfändet.
Wie errichtet man einen Schuldbrief?
Für die Errichtung eines Schuldbriefs braucht es einen Notar, der das Dokument verfasst und den amtlichen Eintrag im Grundbuch veranlasst.
Was ist der Unterschied zwischen einer Hypothek und einem Schuldbrief?
Die Hypothek bezeichnet das Pfandrecht an einer Immobilie, während der Schuldbrief das Wertpapier ist, das dieses Recht verkörpert.
Was tun, wenn ein Schuldbrief verloren geht?
Geht ein Papier-Schuldbrief verloren, müssen Sie beim zuständigen Gericht die Kraftloserklärung beantragen, damit ein neuer ausgestellt werden kann. Mit einem Register-Schuldbrief lässt sich dieses Problem vermeiden.
Was ist ein Inhaberschuldbrief?
Der Inhaberschuldbrief nennt den Namen des Gläubigers nicht. Wer den Schuldbrief physisch besitzt, kann bei Nichtrückzahlung des Darlehens Ansprüche auf die Immobilie geltend machen.
Fazit
Der Schuldbrief ist ein zentrales Element der Immobilienfinanzierung in der Schweiz. Wer seine Funktionsweise, seine Kosten und seine Verwaltungsmöglichkeiten gut versteht, kann seine Immobilieninvestition optimieren. Für eine kompetente und persönliche Begleitung rund um Ihren Schuldbrief oder Ihr Immobilienprojekt mit Nutzniessung steht Ihnen Wivia mit ihrer ganzen Expertise zur Seite und führt Sie Schritt für Schritt durch alle Formalitäten.